Fußbodenheizung-Rechner
Berechnen Sie Leistung von Heizkabel oder Heizmatte, Kreislänge, Verlegeabstand, Zuleitungsquerschnitt und Sicherungsnennwert — unter Berücksichtigung von Raumtyp, Bodenbelag und den Anforderungen der IEC 60364.
Was der Rechner berechnet
- Erforderliche spezifische Leistung der Fußbodenheizung je nach Raumtyp und Bodenbelag
- Gesamtanschlussleistung des Kreises in Watt und Kilowatt
- Länge des Heizkabels oder Fläche der Heizmatten
- Verlegeabstand des Kabels in Zentimetern
- Bemessungsstrom des Kreises und Nennwert der Sicherung
- RCD-Anforderung (30 mA) und Thermostatwahl
So wählen Sie die Leistung der Fußbodenheizung
Die spezifische Leistung (W/m²) ist der wichtigste Planungsparameter. Für angenehme Fußbodenheizung in Wohnräumen reichen 100–140 W/m²; für volle Heizung ohne Heizkörper 150–180 W/m². In Bädern liegen die Werte höher: 140–150 W/m² im Komfortmodus, da Fliesen intensiver beheizt werden.
Wichtig: Heizkabel oder Heizmatte werden nur auf freier Fläche verlegt — unter Möbeln ohne Füße und fester Sanitärinstallation ist die Verlegung verboten; das ist sowohl Überhitzung als auch ein direkter Herstellerausschluss (Garantie erlischt).
Für Kabelsysteme (Heizkabel im Estrich) wählen Sie 110–140 W/m² mit 8–12 cm Verlegeabstand. Heizmatten haben eine feste Leistung (meist 150–220 W/m²) und werden nach Fläche gewählt. IR-Folien geben 150–220 W/m² und werden nur unter Laminat, Linoleum oder Teppich ohne Estrich verlegt.
Berechnungsformeln
Die Berechnung basiert auf einfachen Verhältnissen:
1. Erforderliche Heizleistung des Kreises: Q = S_nutz × q_spezifisch, mit S_nutz als freie Bodenfläche (m²) und q_spezifisch als spezifischer Leistung (W/m²).
2. Länge des Heizkabels: L = S_nutz × 1000 / P_linear, mit P_linear als linearer Leistung des Kabels (meist 16–20 W/m).
3. Verlegeabstand: h = (P_linear / q_spezifisch) × 100, cm. Für q = 130 W/m² und ein 17-W/m-Kabel ergibt sich etwa 13 cm.
4. Bemessungsstrom: I = P / U (einphasig 230 V), I = P / (√3 × U) dreiphasig.
5. Sicherung: I_S ≥ 1,25 × I_Bemessung — Standardreihe 6, 10, 13, 16, 20, 25 A. Für Leistungen bis 3,5 kW reichen meist Sicherung C16 und 2,5-mm²-Kabel.
Tabelle der spezifischen Leistung nach Raumtyp
| Raum | Komfortmodus, W/m² | Volle Heizung, W/m² | Belag |
|---|---|---|---|
| Bad / WC | 140–150 | 180 | Fliesen, Feinsteinzeug |
| Küche | 120–140 | 170 | Fliesen / Laminat |
| Flur / Diele | 120–130 | 160 | Fliesen / Laminat |
| Schlafzimmer | 100–120 | 160 | Laminat / Parkett |
| Wohnzimmer | 100–120 | 160 | Laminat / Parkett |
| Balkon / Loggia | 140–160 | 200 | Fliesen |
Normative Grundlagen
Die Planung elektrischer Fußbodenheizungen regelt die IEC 60364 (Niederspannungsanlagen), in Deutschland die VDE 0100-753 (Heizungskabel und Heizleitungen) sowie DIN EN 1264 für wasserführende Systeme. Kernanforderungen:
— der Heizkreis wird über eine eigene Leitung vom Verteiler gespeist und durch einen RCD mit nicht mehr als 30 mA geschützt;
— zulässige Oberflächentemperatur: 29 °C in ständig genutzten Bereichen, 35 °C am Rand und im Bad (VDE 0100-753);
— das Heizkabel im Estrich wird nur mit mindestens 30 mm Estrich-Überdeckung oder in Kabelkanälen verlegt — kein direkter Kontakt mit der Dämmung;
— ein Thermostat mit Bodenfühler ist Pflicht: ohne ihn überhitzt der Boden, der Verbrauch steigt und das Kabel fällt aus.
So nutzen Sie den Rechner
- Raumtyp wählen (Bad, Küche, Schlafzimmer usw.) — der Rechner schlägt die empfohlene spezifische Leistung vor.
- Raumfläche in m² und Anteil der nutzbaren Fläche eingeben (Standard 70 %).
- Systemtyp wählen: Heizkabel, Heizmatte oder IR-Folie.
- „Berechnen“ drücken und Leistung, Länge, Abstand, Strom, Sicherung, RCD und Thermostat erhalten.
Häufige Installationsfehler
- Verlegung unter Möbeln und Sanitär — Überhitzung und Kabelausfall, Garantie erlischt.
- Ohne Thermostat — 30–50 % Mehrverbrauch und Überhitzung des Belags.
- RCD vergessen — bei Kabelschaden ist ein Stromschlag möglich.
- Abstand unter 8 cm — lokale Überhitzung des Kabels im Estrich.
- Dünner Estrich (unter 30 mm über dem Kabel) — Risse und ungleichmäßige Erwärmung.
Fußbodenheizung — häufig gestellte Fragen
Wie viel Strom verbraucht eine Fußbodenheizung?
Im Komfortmodus durchschnittlich 10–20 W/m² pro Tag (mit Thermostat-Taktung). Die volle Heizung eines 20-m²-Raums verbraucht je nach Wärmeverlust 1,5–2,5 kWh pro Tag. Smarte Thermostate mit Boden- und Raumfühler senken den Verbrauch um 30–40 %.
Kann die Fußbodenheizung als alleinige Heizung dienen?
Ja, wenn die spezifische Leistung 150–180 W/m² beträgt und der Wärmeverlust des Raums die gewählte Leistung nicht übersteigt. In gut gedämmten Häusern bis 60–80 m² kann die Kabelheizung Heizkörper komplett ersetzen. Die Wärmeverlustberechnung ist Pflicht — nutzen Sie den Wärmeverlust-Rechner.
Warum darf das Kabel nicht unter Möbeln verlegt werden?
Möbel ohne Füße blockieren die Wärmeabgabe, das Kabel überhitzt über die zulässigen 90 °C der Ummantelung, der Estrich bekommt Risse und die Herstellergarantie erlischt. Folienheizungen unter Möbeln sind ebenfalls verboten.
Welche Sicherung braucht die Fußbodenheizung?
Für einen Kreis bis 3,5 kW — Sicherung C16 mit RCD 30 mA, Leitung 3×2,5 mm². Für 3,5–5,5 kW — getrennte 16-A-Kreise oder Sicherung C25 mit 4-mm²-Leitung. Genaue Werte liefert der Rechner.
Was ist der Unterschied zwischen Heizkabel und Heizmatte?
Das Kabel wird im Estrich mit beliebigem Abstand verlegt und eignet sich für komplexe Grundrisse, benötigt aber 30–50 mm Estrich. Die Matte ist ein Kabel auf einem Gitter, das im Fliesenkleber ohne Estrich verlegt wird — die Aufbauhöhe ist minimal. Folie kommt unter Laminat/Linoleum ohne Estrich, benötigt aber darunter eine Dämmung.
Brauche ich eine Genehmigung für die Fußbodenheizung?
In Mietwohnungen ist die Zustimmung des Vermieters erforderlich; Eigentümer können elektrische Fußbodenheizungen grundsätzlich ohne Genehmigung installieren lassen, müssen aber die VDE-0100-Regeln einhalten. In Neubauten wird die Ausführung im Elektroplan berücksichtigt.