Zum Inhalt springen
← Alle Tools

Solarrechner (PV-Anlage)

Dimensionieren Sie eine Photovoltaik-Anlage für Ihren Verbrauch: Modulleistung und -anzahl, Wechselrichter, Batterien für autarke Systeme, Ertrag nach Region und die Amortisationszeit Ihrer Investition.

Was der Rechner berechnet

  • Spitzenleistung der Module nach Monatsverbrauch und regionaler Einstrahlung
  • Anzahl der Module (Standard 450–550 W) und benötigte Dachfläche
  • Wechselrichterleistung mit 20–30 % Reserve
  • Batteriekapazität für autarke Systeme (nach Tagesverbrauch und Reserve)
  • Geschätzten Monats- und Jahresertrag nach Jahreszeiten
  • Amortisationszeit beim aktuellen Stromtarif

Wie die Berechnung funktioniert

Der Schlüsselparameter sind die Volllaststunden (peak sun hours, PSH): die äquivalente Anzahl Stunden pro Tag mit Nennbestrahlung von 1000 W/m². In Süddeutschland sind das im Sommer 5,5–6 Stunden, im Winter 0,5–1; im Norden 4,5–5,5 im Sommer. Jahresertrag eines 1-kW-Moduls: Süden — 1100–1200 kWh, Mitte — 1000–1100 kWh, Norden — 900–1000 kWh, Spanien — 1400–1600 kWh.

Erforderliche Modulleistung: P_kW = E_Monat / (30 × PSH_Jahresmittel × K), mit K als Verlustfaktor: 0,78 für netzgekoppelte Anlagen (Wechselrichter 96 %, Erwärmung, Verschmutzung, Leitungen), 0,65–0,70 für Inselanlagen mit Batterien (Batteriewirkungsgrad 90 %, Wechselrichter 93 %).

Batteriekapazität (Insel): C_Ah = E_Tag / (U_System × DoD × η), mit U als Systemspannung (24/48 V), DoD als Entladetiefe (0,5 Blei, 0,8 LiFePO4), η = 0,85.

Normative Grundlagen und Inbetriebnahme

In Deutschland gilt das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2023): Anlagen bis 30 kWp sind von der EEG-Umlage befreit, seit 2023 entfällt für private Anlagen die Anmeldepflicht beim Netzbetreiber — nur noch die Registrierung im Marktstammdatenregister (MaStR). Einspeisevergütung 2024: 8,2 c€/kWh (Teileinspeisung) bzw. 13 c€/kWh bei Volleinspeisung für Anlagen bis 10 kWp.

Technische Anforderungen: NA-Schutz (Netz- und Anlagenschutz) mit automatischer Abschaltung bei Netzausfall, RCD 30 mA auf der AC-Seite, Überspannungsschutz (SPD Typ 2), Erdung nach VDE 0100-712 (PV-Anlagen) und VDE-AR-N 4105. Module werden mit 5–10 cm Hinterlüftung montiert.

Volllaststunden (PSH) nach Region

RegionSommer, h/TagWinter, h/TagJahresertrag 1 kW, kWh
Deutschland (Süden, München)5,80,71150
Deutschland (Mitte, Frankfurt)5,50,61050
Deutschland (Norden, Hamburg)5,00,4950
Österreich (Wien)5,70,71100
Schweiz (Zürich)5,60,61050
Spanien (Madrid)7,22,01600
Polen (Warschau)5,80,51050
Rumänien (Bukarest)6,51,01250

So nutzen Sie den Rechner

  1. Geben Sie den durchschnittlichen Monatsverbrauch in kWh ein (vom Zähler).
  2. Wählen Sie die Region — die durchschnittliche Einstrahlung wird übernommen.
  3. Wählen Sie den Anlagentyp: netzgekoppelt (wirtschaftlich), hybrid mit Speicher oder vollständig autark.
  4. Geben Sie den Stromtarif für die Amortisationsrechnung ein.
  5. „Berechnen“ drücken: Anlagenleistung, Modulanzahl, Fläche, Wechselrichter, Batterien, Ertrag und Amortisation.

Häufige Fehler

  • Ertrag nur nach Sommerwerten rechnen — im Winter erzeugt die Anlage 5- bis 10-mal weniger, der Verbrauch ist höher.
  • Inselanlage ohne Reservetage — am 3. trüben Tag steht das Haus ohne Strom.
  • Wechselrichter knapp dimensioniert — Anlaufströme von Kühlschrank und Pumpe lösen den Schutz aus.
  • Am Laderegler sparen — LiFePO4-Batterien brauchen MPPT; PWM verliert 20–30 % Ertrag.
  • Modulreinigung ignorieren — Verschmutzung reduziert den Ertrag um 5–15 %.

Photovoltaik — häufig gestellte Fragen

Wie viele Module für ein 150-m²-Haus?

Der Verbrauch eines solchen Hauses liegt bei 500–800 kWh pro Monat. Für Deutschland wird eine Anlage von 7–10 kWp benötigt — 16–22 Module à 450 W, Dachfläche 35–50 m². Amortisation bei 30–40 c€/kWh und Eigenverbrauch 50 %: 8–12 Jahre.

Arbeitet eine PV-Anlage im Winter?

Ja, aber der Ertrag sinkt um das 5- bis 10-fache wegen des kurzen Tages und des niedrigen Sonnenstands. Schnee auf den Modulen stoppt die Erzeugung fast vollständig — ein Neigungswinkel von 45–60° oder regelmäßige Reinigung hilft. Im Winter deckt die Anlage 5–15 % des Verbrauchs.

Was ist wirtschaftlicher — netzgekoppelt oder Insel?

Netzgekoppelt (ohne Speicher) amortisiert sich 2- bis 3-mal schneller: Der Speicher ist das teuerste und kurzlebigste Bauteil (Blei 5–7 Jahre, LiFePO4 10–15). Inselanlagen lohnen sich ohne Netzanschluss. Ein Hybrid mit kleinem Speicher (5–10 kWh) ist der Kompromiss für instabile Netze.

Kann ich den Stromüberschuss ins Netz verkaufen?

Ja, in Deutschland über die Einspeisevergütung nach EEG (2024: 8,2 c€/kWh bei Teileinspeisung). Für Eigenverbrauch mit Speicher gelten separate Vergütungssätze. Voraussetzung: Registrierung im MaStR und ein Zweirichtungszähler.

Wie lange halten Solarmodule?

Moderne monokristalline Module halten 25–30 Jahre mit einer Degradation von 0,5–0,6 % pro Jahr (nach 25 Jahren 85 % der Nennleistung). Der Wechselrichter hält 10–12 Jahre, Batterien 5–15 Jahre je nach Typ. Die Produktgarantie liegt bei 12–25 Jahren.

🔌 Alle Tools