Wärmeverlust-Rechner
Ermitteln Sie den Wärmeverlust eines Raums oder ganzen Hauses durch Wände, Fenster, Boden, Decke und Lüftung — nach der vereinfachten EN-12831-Methode. Ergebnis: Gesamtverlust in Watt, spezifischer Wert W/m² und empfohlene Heizleistung.
Warum Wärmeverlust berechnen?
Der Wärmeverlust ist die Grundlage jeder Heizungsberechnung. Ohne ihn lässt sich ein Elektroheizkessel, Heizkörper, eine Fußbodenheizung oder Wärmepumpe nicht korrekt dimensionieren. Ein Fehler von 20–30 % ergibt entweder ein kaltes Haus im Winter oder einen dauerhaften Mehrverbrauch an Strom und Brennstoff.
Der Rechner implementiert die vereinfachte Hüllflächenmethode: Die Verluste durch jede Fläche werden als Q = k × A × ΔT berechnet, wobei k der Wärmedurchgangskoeffizient der Fläche (W/m²·K), A die Fläche (m²) und ΔT die Differenz zwischen Innen- und Auslegungstemperatur ist. Dazu kommen Lüftungsverluste und ein 10-%-Zuschlag.
Eingabewerte
- Raumfläche und Deckenhöhe
- Klimaregion — Auslegungstemperatur (Werte für deutsche und europäische Regionen werden angeboten)
- Wandtyp und -fläche (oder Fassadenfläche)
- Fensterfläche und -typ (Zweifachverglasung, Holzrahmen usw.)
- Was sich über und unter dem Raum befindet (beheizte Etage, Dachboden, Erdreich)
- Luftwechselrate (Standard 0,5–0,7 für Wohnräume)
Normative Grundlagen
Die Berechnung folgt DIN EN 12831-1 „Energetische Bewertung von Gebäuden — Verfahren zur Berechnung der Norm-Heizlast“, DIN V 4108 „Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden“, GEG (Gebäudeenergiegesetz) sowie ISO 52016. Die Auslegungstemperaturen richten sich nach den nationalen Klimadaten (z. B. -15…-20 °C für Norddeutschland, -20…-25 °C für die Alpenregion, -10…-15 °C für Westdeutschland).
Normierte Innentemperaturen: Wohnräume 20–22 °C, Bad 24–25 °C, Küche 19–21 °C. Für elektrische Heizung wird eine Planungsreserve von 10–15 % empfohlen.
Wärmedurchgangskoeffizienten (k-Werte)
| Bauteil | k, W/m²·K |
|---|---|
| Ziegelwand 640 mm, ungedämmt | 1,1 |
| Ziegelwand 380 mm, ungedämmt | 1,6 |
| Betonplatte 300 mm | 1,8 |
| Porenbeton 300 mm, D400 | 0,55 |
| Porenbeton 375 mm, D400 | 0,45 |
| Holz 150 mm | 0,8 |
| Holzrahmen mit 150 mm Dämmung | 0,35 |
| SIP-Panel 174 mm | 0,32 |
| Außenwand mit 100 mm Dämmung | 0,35 |
| Außenwand mit 150 mm Dämmung | 0,27 |
| Fenster: Holzrahmen, 2 Scheiben | 2,5 |
| Fenster: PVC 2-fach | 1,8 |
| Fenster: PVC 3-fach | 1,2 |
| Fenster: 3-fach Argon + low-e | 0,9 |
| Decke über beheizter Etage | 1,3 |
| Decke zum kalten Dachboden | 0,6 |
| Boden auf Erdreich | 0,45 |
| Boden über kaltem Keller | 0,6 |
Berechnungsformeln
Hüllflächenverlust: Q_Hülle = Σ (k_i × A_i × ΔT).
Lüftungsverlust: Q_Lüft = 0,34 × V × ΔT × n, wobei V das Raumvolumen (m³), n die Luftwechselrate (h⁻¹) und 0,34 die Wärmekapazität der Luft (Wh/m³·K) ist.
Gesamt: Q_gesamt = (Q_Hülle + Q_Lüft) × 1,1 (10-%-Zuschlag).
Spezifischer Wert: q = Q_gesamt / S_Boden, W/m². Richtwerte: gut gedämmter Neubau — 30–50 W/m²; mittlere Dämmung — 50–80 W/m²; ungedämmt — 90–150 W/m².
So nutzen Sie den Rechner
- Geben Sie Bodenfläche und Deckenhöhe ein.
- Wählen Sie die Region oder geben Sie die Auslegungstemperatur direkt ein.
- Geben Sie die Bauteile an: Wände, Fenster, Decken.
- Passen Sie bei Bedarf die Luftwechselrate an.
- Erhalten Sie die Verluste je Bauteil, den Gesamtwert und eine Heizleistungsempfehlung.
Häufige Fehler
- Berechnung nach Fläche ohne Klimazone — das Ergebnis für Alpenregion und Norddeutschland unterscheidet sich um das 1,5- bis 2-fache.
- Lüftung ignorieren — sie macht 20–40 % aller Verluste im dichten Neubau aus.
- Wärmebrücken an Ecken und Anschlüssen nicht berücksichtigen — 10–15 % Zuschlag einplanen.
- Fenster nur nach Öffnungsfläche ohne Koeffizient zählen — Glas verliert 5- bis 8-mal mehr als eine Wand gleicher Fläche.
- Kessel ohne Reserve exakt nach Verlust wählen — bei -20 °C wird Reserve benötigt.
Wärmeverlust — häufig gestellte Fragen
Was ist der Wärmedurchgangskoeffizient k?
Die Wärmemenge in Watt, die bei einem Temperaturunterschied von 1 K durch 1 m² Bauteil geht. Je kleiner k, desto besser die Dämmung: Außenwand mit 150 mm Dämmung k ≈ 0,27 W/m²·K, ungedämmte 380-mm-Ziegelwand 1,6 W/m²·K — 6-mal mehr.
Welcher Wärmeverlust ist für ein Haus normal?
Für einen modernen Effizienz-Neubau 30–50 W/m² beheizter Fläche, für durchschnittliche Bestandsbauten 60–90 W/m², ungedämmt 100–150 W/m². Ein 120-m²-Haus mit 60 W/m² Verlust braucht einen 7,2-kW-Kessel + Reserve.
Wie senke ich den Wärmeverlust am schnellsten?
Nach Wirksamkeit: Dachboden/Dach dämmen (15–25 % der Verluste), Fenster tauschen (bis 20 %), Fassade dämmen (20–30 %), Boden dämmen (bis 10 %), Abdichten und Lüftung mit Wärmerückgewinnung (bis 30 %). Die Amortisation liegt bei 3–7 Jahren.
Warum ist die Auslegungstemperatur wichtig?
Die Heizleistung wird für die kälteste Periode ausgelegt, nicht für die Durchschnittstemperatur. Für Süddeutschland -15…-20 °C, für die Alpenregion -20…-25 °C. Eine Unterschätzung ergibt in der Frostperiode kalte Räume.
Brauche ich die Wärmeverlustberechnung für die Fußbodenheizung?
Unbedingt: Eine Fußbodenheizung kann nur dann als alleinige Heizung dienen, wenn ihre Leistung (üblicherweise bis 150–180 W/m²) den spezifischen Wärmeverlust des Raums deckt. Sonst ist die Kombination mit Heizkörpern nötig — der Rechner zeigt, ob die Leistung reicht.